Vereinsausflug zum "Großen Preberschießen" in den Salzburger Lungau

"FISCH, ODER DAS BEGEHRTE HEXENBLATTL",
41 Straßer Schützen beteiligten sich beim weltweit einzigartigen Wasserscheibenschießen am Prebersee.

Die Eichenlaub-Schützen beim Gruppenfoto vor der nostalgischen Taurachbahn am Bahnhof in Mauterndorf

 

Der Vereinsausflug 2019 führte die "Eichenlaub"-Schützen zum Wasserscheibenschiessen an den Prebersee. Insgesamt 41 Schützinnen und Schützen beteiligten sich und trafen sich am 24. August zur gemeinsamen Abfahrt mit dem Busunternehmen Marx beim Gasthaus Huber in Straß. Um 9:30 Uhr erreichten wir nach zweistündiger Busfahrt unser erstes Ziel.

Seit dem Jahr 1834 findet das "große Preberschießen" immer Ende August im Salzburger Lungau statt. Schützen von überall her treffen sich am Ufer des mystischen Moorsees auf ca. 1520 Höhe, um mit Kleinkalibergewehren auf die 120 Meter entfernten Zielscheibe zu schießen. Dabei wird nicht direkt auf die Scheiben, sondern auf deren Spiegelbild im Wasser gezielt. Mit etwas Talent und vor allem viel Glück taucht die Munition wenige Zentimeter ins Moorwasser ein und knallt dann als Querschläger ins Ziel – im besten Fall als „Hexenblattl“. Die Einlage bei der Anmeldung beinhaltete 40 Schuss, davon 20 Schuß für die Wasserscheibe und 20 Schuß auf die Standscheibe. Mit Franz Eder, Hans Eisl, Miriam Haimbuchner, Leo Hausner und Christian Unterreiner schafften 5 Straßer einen der begehrten 10er auf die Wasserscheibe und wurden mit dem schönsten Geräusch des Preberschießens belohnt, mit dem Läuten der Kuhglocke! Aber auch unsere Schießergebnisse auf die Standscheiben konnten sich sehen lassen.

Die Preberschützen Tamsweg kümmern sich um die Aufsicht und weisen die Schützen ein. Die Waffen müssen nicht selbst mitgebracht werden, sondern werden gestellt. Große Holzbalken sogenannte Wellenbrecher, sorgen für möglichst ruhiges Wasser. Doch auch das ist kein Garant für den Erfolg. Beim großen Preberschießen sorgen damals wie heute 24 fleißige Kinder an den sechs Wasserscheiben- und sechs Standscheibenstände dafür, dass die Veranstaltung reibungslos abläuft: In ihrer Funktion als „Zieler“ zeigen sie die Treffer oder Nicht-Treffer der Schützen an und schreiben die Ergebnisse mit. Nach jedem Schuss müssen sie die Zielscheibe per Hand einfahren: Ist kein Einschuss auf der Scheibe zu sehen, hat das Wasser die Kugel verschluckt und es wird durch ein Winken mit dem roten Zieler-Löffel ein wenig spöttisch ein „Fisch“ oder eine „Fahrkarte“ angezeigt. Bei einem Treffer wird dem Schützen die Position auf der Scheibe angedeutet. Knallt die Munition direkt in den 7-Zentimeter-Durchmesser des Zentrums, ist das ein „Blattl“. Übrigens war am Samstag auch der ORF anwesend und berichtete am Abend in Salzburg heute über dieses Traditionsschießen (Link: https://tvthek.orf.at/profile/Salzburg-heute/70019/Salzburg-heute/14023867 ).

Kulinarisch bestens versorgt wurden die teilnehmenden Schützen am Schützenheim mit Wildragout und Rahmschwammerl mit Semmelknödel oder ala carte in der nahegelegenen Ludlalm.

Am Nachmittag um 14:30 ging die Ausflugsfahrt weiter nach St. Andrä. Auf dem Programm stand eine Schmalspurbahnfahrt mit der nostalgischen Taurachbahn von der Haltestelle St. Andrä-Anderlwirt nach Mauterndorf. Vor der Abfahrt erklärte uns ein Mitglied des Vereins Club 760 wie viel Geld, Engagement und Herzblut seit Jahren in den Kauf, Erhalt und Betrieb der historischen Loks, der Wagons und Gleise gesteckt wird. Dem Verein Club 760 gelang es, die Schmalspurstrecke ab 1. April 1982 zu pachten und in den Jahren 1983 bis 1987 durch die ehrenamtliche Arbeit seiner Mitglieder in Stand zu setzen. Die Taurachbahn wurde am 9. Juli 1988 eröffnet und wird seither in den Sommermonaten an den Wochenenden regelmäßig von Museumsbahnzügen befahren. Gezogen von der historischen Dampflok, die früher für den Zugverkehr auf der Ischler Bahntrasse eingesetzt war, fuhren die Schützen in liebevoll restaurierten Wagons von St. Andrä-Anderlwirt entlang der südlichen Taurach über die Haltestelle Lintschnig zum Bahnhof Mariapfarr. Von dort führt die Trasse weiter zur Haltestelle Gröbendorf und nach insgesamt ca. 9,5 Kilometern erreichten wir den Zielbahnhof in Mauterndorf.

Hier erwartete uns bereits der Bus zur Weiterfahrt in unser Quartier, zum Romantik-Hotel Wastlwirt**** in St. Michael im Lungau.    Dieses Hotel, gelegen im Herzen des Biosphärenparks Salzburger Lungau, war die pefekte Unterkunft für unseren 2 tägigen Ausflug. Neben der Begrüßung durch den Hotelchef, dem Begrüßungstrunk, den großzügigen Zimmern, dem Hallenbad mit Saunalandschaft wurden wir beim späteren geselligen Beisammensein und Abendessen in der "Rauchkuchl" mit einem Genußbuffet verwöhnt. An der Schau-Küche wurde Erlebniskulinarik vom feinsten geboten. Mit verschiedenen Suppen, einer großen Auswahl an Vorspeisen-, verschiedenen Hauptgerichten nebst vielfältigen Beilagen, sowie Salat- und Dessertbuffet blieben keine Wünsche offen. So gestärkt fand dann der Abend an der Hotelbar, mit einer kleinen internen Siegerehrung und Preisverteilung vom Preberschießen durch Susanne Neuhaus, seinen Abschluss.

 

Der nächste Morgen startete für einige Aktive bereits frühzeitig mit Schwimmen im Hallenbad des Hotels und für andere etwas gemächlicher mit einem ausgiebigen Schönheitsschlaf. Nach und nach fanden sich dann wieder alle beim Frühstücksbuffet in der Rauchkuchl ein und für einen optimalen Start in den Tag wurden an der Schau-Küche bereits wieder die verschiedensten Köstlichkeiten nach Wunsch der Gäste zubereitet.

 

Gut erholt und gestärkt ging die Fahrt gegen Mittag weiter nach Zederhaus, auf die Schlierer Alm. Die Alm befindet sich direkt am Eingang zum Riedingtal auf 1500 m Seehöhe, unmittelbar neben dem Schliereralmsee. Hier bot sich für die Eichenlaub-Schützen in gesunder Bergluft und wohltuender Ruhe die Gelegenheit zum Wandern. Ein großer Teil der Schützen entschied sich für die Seewanderung. Diese Wanderung führte in einer Gehzeit von ca. 30 Minuten rund um den Schliereralmsee, wobei man auf halbem Weg zu der von der Zederhauser Jägerschaft wunderschön gestalteten "Hubertuskapelle" gelangt. Auch der Weg zur Königsalm war für einige Mitglieder eine willkommene Herausforderung. Die urige Almwirtschaft ist ca. 4,5 km  von der Schlierer Alm entfernt und in den Sommer-Monaten ein gefragtes Ausflugsziel von Wanderern und Radfahrern. Von der Königalm lassen sich das Nebelkareck, Mosermandl, Windisch Scharte, Stierkarkopf, Haselloch und die Glingspitze erwandern. Nach ihren Wanderungen trafen sich die Straßer Schützen noch zum gemütlichen Abschluss in der Schliereralm. Gestärkt mit Murauer Bier, Schliereralmtoast, in Butter gebackenem Wiener Schnitzel oder Kaiserschmarrn und einem Verlängertem machten wir uns wieder auf den Heimweg.

Wie geplant brachte uns der Bus um ca. 18.00 Uhr zurück nach Straß. Die Straßer Schützen bedanken sich bei ESM Georg Baumgartner als Ideengeber und als denjenigen, der die ersten Kontakte für den Ausflug knüpfte. Ein besonderer Dank gilt Christian Unterreiner, der die Hauptarbeit bei der Detailorganisation leistete, den Ausflug auch moderierte und als Reiseleiter fungierte.